
Was bedeuten Zweifaden und Dreifaden genau?
Die Sweat-Familie (Sweatshirt, Hoodie, Jogging-Oberteil) ist eine Gruppe von Maschenware mit einer glatten und einer voluminösen Seite. In der türkischen Textilterminologie werden diese Stoffe nach der Anzahl der Zubringerfäden benannt: „Zweifaden" (2 thread fleece / French Terry) und „Dreifaden" (3 thread fleece). Das Wort „Faden" bezeichnet hier nicht die Feinheit des Stoffs, sondern die Anzahl der Zubringerfäden, die in einem Strickrapport in die Nadel eingehen.
Beim Zweifaden gibt es einen Grundfaden (Schauseite) und einen Bindefaden. Der Bindefaden bildet auf der Innenseite kleine Schlingen (Loop); im rohen Zustand wird dies als French Terry (Frottee-Sweat) bezeichnet. Beim Dreifaden kommt zusätzlich ein dickerer dritter Faden hinzu, der die Innenseite speist. Dieser dritte Faden verleiht dem Stoff Volumen und Fülle; nach dem Aufrauen (Anrauen) verwandelt er sich in ein weiches, flauschiges Futter und der Stoff erhält die Eigenschaft von Fleece (aufgerautem Sweat).
Strickseitig werden Sweat-Stoffe meist auf Rundstrickmaschinen mit Single-Jersey-Grund hergestellt, auf einer Single-Jersey-basierten Bindung mit zusätzlichen Zubringerfäden. Maschengeometrie, Garnnummer und Strickdichte (Grammatur) bestimmen gemeinsam den endgültigen Charakter des Stoffs. Unter derselben Bezeichnung „Dreifaden" kann sowohl ein dünner sommerlicher, French-Terry-ähnlicher Stoff als auch ein dickes winterliches Fleece-Futter entstehen; entscheidend sind Garnnummer und Grammatur.
Was ist der Unterschied zwischen French Terry und Fleece?
Die meiste Verwirrung entsteht durch die verkürzte Gleichsetzung „Zweifaden = French Terry, Dreifaden = Fleece". Auch wenn das in der Praxis meist zutrifft, ist es keine feste Regel. Es gibt zwei bestimmende Variablen: das Gestrick (Anzahl der Zubringerfäden / Fülle) und das Finishing (ob die Innenseite aufgeraut wird oder nicht).
French Terry ist der Stoff, dessen Innenseite im rohen Schlingenzustand (Loop) belassen wird. Die Schlingen bilden eine frottee-ähnliche Textur, der Stoff ist relativ dünn und lässt Luftzirkulation zu. Daher wird er für Übergangs-Hoodies, leichte Sweats und Produkte bevorzugt, bei denen ein „strukturierteres" Erscheinungsbild gewünscht ist.
Fleece ist hingegen die Version, bei der die inneren Schlingen durch Aufrauen aufgerissen und aufgeflort werden. Die zwischen den Florfasern eingeschlossene Luft bildet eine Isolationsschicht; der Stoff wird weicher, voluminöser und deutlich wärmer. Klassische winterliche Hoodie- und Sweat-Futter bestehen meist aus diesem aufgerauten Dreifaden-Fleece.
Kurz gesagt: French Terry beschreibt einen Roh-/Finishing-Zustand (Frottee-Oberfläche ohne Aufrauen), Fleece hingegen die aufgeraute, flauschige Oberfläche. Zweifaden-French-Terry und Dreifaden-Fleece sind die beiden häufigsten Kombinationen, ein Dreifaden-Stoff kann jedoch auch ohne Aufrauen im Terry-Charakter belassen werden.
| Eigenschaft | Zweifaden (French Terry) | Dreifaden (Fleece, aufgeraut) |
|---|---|---|
| Zubringerfäden | Grund + Bindung (2) | Grund + Bindung + Füllung (3) |
| Innenseite | Schlingen/Frottee (Loop), nicht aufgeraut | Flauschig/aufgeraut (angeraut) |
| Typisches Finishing | Nach der Ausrüstung nicht aufgeraut | Aufrauen + Sanforisieren |
| Wärmespeicherung | Niedrig–mittel (Übergangssaison) | Mittel–hoch (Winter) |
| Atmungsaktivität | Höher | Niedriger (stärker isolierend) |
| Erscheinungsbild | Dünner, strukturiert, „clean" | Voluminöser, weicher, casual |
| Typisches Produkt | Leichter Hoodie, Sommer-/Übergangs-Sweat | Winter-Hoodie, dicker Sweat, Jogginganzug |
Wie wählt man die Grammatur und für welches Produkt eignet sie sich?
Grammatur (g/m², GSM) ist bei der Auswahl von Sweat-Ware vielleicht die praktischste Entscheidungsvariable. Da unter derselben Bezeichnung „Dreifaden" sowohl dünne als auch dicke Stoffe zu finden sind, legt der Einkäufer meist zuerst den Ziel-GSM-Bereich fest und stützt darauf dann die Wahl von Struktur und Garn. Die Logik der Grammatur und die Messmethode behandelt der Grammatur-/GSM-Leitfaden ausführlich und bildet die Grundlage dieser Entscheidung.
Als allgemeiner Ansatz liegen leichte French-Terry-Produkte in einem niedrigeren GSM-Band, winterliche aufgeraute Fleece-Produkte in einem höheren GSM-Band. Da jedoch jeder Betrieb über einen anderen Maschinenpark, andere Garnnummern und Strickdichten verfügt, kann zu einem bestimmten GSM-Ziel mehr als eine Struktur passen. Daher zeigt die folgende Tabelle die typische Positionierung der Strukturen; die genauen Werte legen wir produktbezogen fest.
| Verwendung / Produkt | Typische Struktur | Innenseite | Grammaturtendenz |
|---|---|---|---|
| Sommer- / Übergangs-Hoodie | Zweifaden-French-Terry | Schlingen, nicht aufgeraut | Niedrigeres GSM |
| Klassisches saisonales Sweatshirt | Zwei–Dreifaden (Terry oder leicht aufgeraut) | Schlingen oder leicht flauschig | Mittleres GSM |
| Winter-Hoodie | Dreifaden-Fleece | Aufgeraut, flauschig | Höheres GSM |
| Dicker Jogginganzug / Outdoor-Sweat | Dreifaden-Fleece (dickes Garn) | Dicht aufgerautes Futter | Hohes GSM |
| Strukturierter/„clean" Oversize-Hoodie | Schwerer French Terry (nicht aufgeraut) | Ausgeprägte Frottee-Textur | Mittel–hohes GSM |
Mit steigender Grammatur wird der Stoff schwerer, sein Fall steifer und die Wärmespeicherung nimmt zu; mit sinkender Grammatur ergibt sich ein fließenderer, leichterer und atmungsaktiverer Griff. Bei Oversize-Schnitten verleiht schwerer French Terry eine „strukturierte" Haltung, während bei körpernahen Schnitten ein weicheres Fleece mit niedrigerer Grammatur bequemer sein kann. Daher sollte die Grammaturentscheidung nicht nur nach der Wärme, sondern gemeinsam mit Schnitt und gewünschtem Fall getroffen werden.
Wie hängen Innenseite, Aufrauen und Wärme zusammen?
Wie „warm" ein Sweat-Stoff ist, hängt weniger von seiner Dicke ab als davon, wie viel Luft die Innenseite einschließt. Das Aufrauen (Raising/Brushing) bürstet die Oberfläche des Füllfadens der Dreifaden-Struktur mit Stachelwalzen ab und flort sie auf. Diese Florschicht bildet ruhende Luftkammern und sorgt so für Isolation. Von zwei Stoffen gleichen Gewichts fühlt sich der aufgeraute deutlich wärmer an als der nicht aufgeraute French Terry.
Auch die Garnwahl verändert den Charakter der Innenseite. Mit gekämmten Garnen gestrickte Stoffe ergeben eine sauberere, weniger zur Flusenbildung neigende Oberfläche; karde Garne ergeben einen volleren, voluminöseren und „vintage"-artigen Griff. Die Auraudichte (ein Durchgang, mehrere Durchgänge) regelt wiederum Florlänge und Weichheit; da übermäßiges Aufrauen die Festigkeit und die Pilling-Beständigkeit negativ beeinflussen kann, wird eine Balance zwischen Oberflächenweichheit und Festigkeit angestrebt.
Auch das Maßverhalten hängt eng mit dem Finishing zusammen. Da Sweat-Stoffe beim Waschen zum Einlaufen neigen können, wird mit Sanforisieren (Kompaktieren) und maßvoller Ausrüstung die Maßhaltigkeit unter Kontrolle gebracht. Für die Rib-/Bündchenbereiche (Rib) wird zusätzlich Ribana verwendet; die Elastizität des Hauptkörpers aus Fleece und die des Bündchens müssen einander ergänzen.
Bei Elastizitätsanforderung kann durch Zugabe eines geringen Anteils Elasthan die Dehnung und Rückstellung erhöht werden; klassische Hoodies/Sweats werden jedoch meist ohne Elasthan gefertigt und die Elastizität ergibt sich aus der Strickstruktur. Bei der Farbe kann, da die Florstruktur der aufgerauten Oberfläche das Licht anders bricht, ein wahrnehmbarer Tonunterschied zwischen Schau- und Innenseite entstehen; deshalb empfiehlt es sich, im Freigabemuster beide Oberflächen zu beurteilen.
Wie wähle ich den richtigen Stoff für Hoodie und Sweat?
In der Praxis erleichtert es die Entscheidung, einige Fragen der Reihe nach zu beantworten. Für welche Saison? Wenn Übergangssaison und eine leichtere Haltung gewünscht sind, ist Zweifaden-French-Terry; wenn Winter und Wärme im Vordergrund stehen, ist Dreifaden-Fleece ein starker Kandidat. Welcher Fall? Strukturierte, aufrecht stehende Oversize-Schnitte profitieren von höherer Grammatur; körpernahe, weiche Schnitte von fließenderem Stoff.
Wie soll sich die Innenseite anfühlen? Für eine saubere Frottee-Textur und ein „Premium-Clean"-Erscheinungsbild Terry; für ein weiches, warmes und casual Futter wird aufgerautes Fleece bevorzugt. Garnseitig ist, wenn eine saubere Oberfläche und scharfe Druck-/Transferwiedergabe wichtig sind, gekämmtes Garn passend; wenn ein volles, voluminöses und natürliches Erscheinungsbild gewünscht ist, ist karde Garn geeignet. Diese gesamte Produktfamilie und die Beziehung zwischen Schnitt und Stoff behandeln wir umfassender im Leitfaden für Sweatshirt- und Hoodie-Ware.
Auf der Performance-Seite werden Themen wie Pilling/Oberflächenfestigkeit, Farbechtheit und Maßhaltigkeit durch einen Prüfplan abgesichert. Diese Kontrollen sind entscheidend, damit der Stoff auch nach zahlreichen Wäschen sein Erscheinungsbild und seine Maße behält; die Zielechtheit und die Prüfklassen müssen vor der Bestellung definiert werden.
| Entscheidungskriterium | Spricht für French Terry | Spricht für Fleece (aufgeraut) |
|---|---|---|
| Saison | Frühling/Herbst, gemäßigt | Winter, kaltes Klima |
| Gefühl der Innenseite | Schlingen-Frottee, kühler | Flauschig, weich, warm |
| Erscheinungsbild | Strukturiert, sauber, „clean" | Voll, casual, bequem |
| Priorität Atmungsaktivität | Hoch | Niedriger (Isolation im Vordergrund) |
| Typische Grammaturtendenz | Niedrig–mittel | Mittel–hoch |
| Beispielprodukt | Leichter Hoodie, Sommer-Sweat | Winter-Hoodie, dicker Jogginganzug |
Was sind die häufig gefragten technischen Unterscheidungen?
Ist Dreifaden immer Fleece? Nein. Ein Dreifaden-Gestrick kann, wenn nicht aufgeraut, im nicht aufgeflorten, vollen Terry-Charakter bleiben. Der Name Fleece beschreibt die aufgeraute, flauschige Oberfläche; deshalb garantiert „Dreifaden" allein nicht, dass die Innenseite flauschig ist. In der Bestellspezifikation müssen sowohl die Fadenzahl als auch der Auraustatus ausdrücklich angegeben werden.
Ist French Terry immer dünn? Nein. French Terry kann bei niedriger Grammatur ein dünner, atmungsaktiver Stoff sein, ebenso aber bei hoher Grammatur ein dicker, strukturierter „Heavyweight Terry". Die Feinheit ergibt sich aus der Grammatur, nicht aus dem Strukturnamen. Daher können unter demselben Strukturnamen recht unterschiedliche Griffe vorkommen.
Ist Zweifaden oder Dreifaden haltbarer? Die Festigkeit hängt nicht allein von der Fadenzahl ab, sondern von der Garnqualität (gekämmt/karde), der Strickdichte, der Auraudichte und dem Finishing. Eine übermäßig aufgeraute Fleece-Oberfläche kann schneller flusen und Pilling bilden, während ein ausgewogen aufgerauter Stoff lange seine Form behält. Der richtige Vergleich erfolgt über die Ziel-Prüfklassen.
Welcher eignet sich besser für Druck/Stickerei? Für Transfer-/Digitaldrucke, die eine saubere, glatte Schauseite verlangen, ist nicht aufgerauter, glatterer Terry meist von Vorteil; die Schauseite von Fleece-Stoffen kann jedoch mit geeignetem Finishing ebenfalls drucktauglich gemacht werden. Die Entscheidung sollte je nach Drucktechnik und gewünschter Oberflächenschärfe am Muster getroffen werden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Zweifadiger und Dreifadiger Ware?
Der Unterschied liegt in der Anzahl der Fütterungsfäden, die im Sweat-Gestrick zum Grundfaden hinzukommen. Zweifadige Ware hat einen Grundfaden plus einen Bindefaden; der Bindefaden hinterlässt auf der Innenseite frottee-ähnliche Schlingen (Loops). Dreifadige Ware fügt zusätzlich einen dickeren Fütterungsfaden hinzu, der die Innenseite speist; dieser Faden gibt der Ware Volumen und wird beim Rauen zu einem flauschigen Futter. Der Unterschied ist also die Fülle der Innenseite und ihre Wärmekapazität.
Sind French Terry und Fleece dasselbe?
Nein. French Terry ist eine relativ dünne, atmungsaktive Ware, die auf der Innenseite ungeraute Schlingen (eine Frottee-Struktur) trägt. Fleece ist die dickere, wärmere Version, bei der die inneren Schlingen durch Rauen aufgebrochen und aufgeraut wurden. Dasselbe Gestrick, meist dreifadig, ergibt geraut einen Fleece-Charakter und ungeraut einen Terry-Charakter. Der Unterschied kommt im Wesentlichen aus der Ausrüstungsentscheidung, nicht aus dem Namen der Struktur.
Ist Dreifadiges immer Fleece und French Terry immer dünn?
Nein, keines von beiden ist eine feste Regel. Ein ungerautes dreifadiges Gestrick kann ein nicht aufgerauter, voluminöser Terry bleiben; der Name Fleece beschreibt nur eine geraute, aufgeraute Oberfläche. French Terry kann bei niedrigem Gewicht dünn sein, aber bei hohem Gewicht ebenso ein dicker Heavyweight-Terry. Die Dünne kommt aus dem Gewicht. Eine Ware muss durch das Trio aus Struktur plus Ausrüstung plus Gewicht definiert werden, nicht durch den Namen allein.
Wie soll ich das Gewicht (GSM) wählen, und für welches Produkt eignet es sich?
Selbst innerhalb derselben Struktur ist das Gewicht der Hauptparameter, der Dünne und Wärme bestimmt. In der Praxis wird zuerst der Ziel-GSM-Bereich festgelegt, und dann werden Struktur und Garn darauf aufgebaut. Leichte French-Terry-Produkte liegen in einem niedrigeren GSM-Band, winterliche geraute Fleece-Produkte in einem höheren GSM-Band. Da sich die genauen Bereiche je nach Garn und Gestrick verschieben, sollten sie am Muster geklärt werden; die Entscheidung wird nicht allein über die Wärme getroffen, sondern zusammen mit dem Schnitt und dem gewünschten Fall.
Wie beeinflusst das Rauen die Wärmespeicherung?
Die Wärmespeicherung kommt weniger aus der Dicke als aus der Fähigkeit der Innenseite, Luft einzuschließen. Das Rauen (Raising/Brushing) kämmt und raut den dreifadigen Fütterungsfaden mit nadelbesetzten Walzen auf; die zwischen den Fasern eingeschlossene stehende Luft bildet eine Isolierschicht. Deshalb ist gerauter Fleece deutlich wärmer als ein ungerauter Terry desselben Gewichts. Feines/grobes Garn, Rauintensität und Gewicht bestimmen gemeinsam die endgültige Wärme.
Welche Ware ist für Druck und Stickerei besser geeignet?
Für Transfer- und Digitaldrucke, die eine saubere, flache Seite benötigen, ist ein ungerauter Terry mit glatterer Oberfläche oft im Vorteil; wenn die Druck-/Transferschärfe wichtig ist, wird auf der Schlingenseite ein gekämmtes (Ring-Garn) bevorzugt. Die Vorderseite von Fleece-Waren kann jedoch mit der passenden Ausrüstung ebenfalls druckfähig gemacht werden. Die Entscheidung sollte am Muster getroffen werden, je nach Drucktechnik und gewünschter Oberflächenschärfe.
